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Pfarrsprengel Wettin

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Kirchen und Kirchengemeinden im Pfarrsprengel Wettin

DORNITZ


Standort der Kirche: An der Langen Straße , OT Dornitz, 06193 Wettin-Löbejün


Dornitz gehört zur Kirchengemeinde Domnitz, zusammen mit Dalena.


"Dicht an der Chaussee auf höherem Gelände als das Dorf liegt die Kirche, mitten in einem nicht allzu kleinen, von Lebensbäumen hie und da bestandenen Kirchhof.
Sie ist eine Filiale von Mitteledlau, ist nicht sonderlich groß, etwa 25 Schritt lang. Ihr ältester Teil ist der Turm, er hat noch ein überwölbtes Erdgeschoß und romanische Fenster­bogen, ist von Bruchsteinen errichtet und hat quadrierte Ecken.
Seine Entstehung wird in spätromanische Zeit, also nach 1200, verlegt werden müssen. Das Schiff dagegen ist nicht so alt: 1714 hat der Rothenburger Amtmann Stecher — das Dorf gehörte bis 1806 zum Amte Rothen­burg - das Schiff neu gebaut, freilich scheint es seitdem wiederholt ausgebessert worden zu sein.
Es hat östlich einen geraden Schluss, nördlich wie südlich Vorbaue. Der südliche ist vom Amtmann selbst stilgemäß errichtet; der nördliche dagegen stammt aus neuerer Zeit; er ist ge­schmacklos in rohen Mauersteinen aufgeführt. Vergebens suchte ich den alten romanischen rohgefertigten Taufstein, den noch Schönermarck in der Ecke des Friedhofs liegen sah, das älteste Zeugnis für unser Kirchlein; möglich, dass moderner Vandalismus ihn bereits vernichtet hat.
Das Innere der Kirche ist durchaus einfach: Emporen an den Seiten, zwei Reihen Bänke im Schiff, davor der Altar, mit einem kleinen alten Ölbild des Abendmahls; barocke Guirlandenschnitzerei mit Gold und Weiß getönt windet sich empor, darüber die Kanzel; oben zu beiden Seiten alte Seidenfahnen von 1866 und 1870 und zu oberst eine Er­innerung an den Krieg 1870/71, eine Tafel: „Mit Gott für Kaiser und Reich fiel im Jahre 1871 in Feindesland durch Meuchelmord Friedrich Baschleben, ältester Sohn des hiesigen Anspänners Fr. Baschleben." Erinnerungen an Kriegszeiten und Kriegsleid selbst in der Kirche werden kommende Ge­schlechter immer brauchen können. Hier noch eine andere: 1808 sollte der kleine Ort 5431 Taler Kriegskontribution an Napoleon zahlen, und zwar wie überall innerhalb acht Wochen in drei Zahlungsterminen!
Größere Aufmerksam­keit erweckte ein kleiner Altarschrein, den ich oben auf der Empore an der Ostwand zu sehen bekam. Es war ein Triptychon von einfacher, sehr guter Schnitzarbeit, von feiner subtiler Malerei aus spätgotischer Zeit. In der Mitte stehen drei Figuren: Maria mit dem Kind, links ein Heiliger mit einem Buch, rechts Stephan mit den Steinen im Arme;
die beiden Flügel sind nur gemalt, der linke trägt vier weibliche Figuren, zwei und zwei geordnet, ich erkannte die heilige Elisabeth mit dem Rosenkorb, Katharina mit dem Schwert; der rechte trägt vier männliche Figuren: den heiligen Moritz in der Rüstung, den Ritter Georg mit Lanze und Fahne, zu seinen Füßen liegt der Dache, einen Bischof mit der Winde, den heiligen Erasmus. Die Gesichter haben Porträtähnlichkeit und sind trefflich gemalt. — Die zwei kleineren Glocken der Kirche sind sehr alt, wohl ebenso alt wie die erste Kirche (0,49 und 0,99 Meter Durch­messer); die größte Glocke (1,22 Meter Durchmesser) ist 1500 zuerst gegossen, 1718 von Peter Becker zum ersten Male umgegossen und 1828 zum zweiten Male von F. See aus Weimar.
Die Orgel in der Dornitzer Kirche ist eine opus1 von Wilhelm Rühlmann aus Zörbig, gebaut 1866. Es ist eine mechanische Schleifladen-Orgel mit 10 Registern, verteilt auf einem Manual und Pedal. Die Sanierung und Instandsetzung im Jahr 2008 umfasste Arbeiten am Pfeiffenwerk, Balganlage, Windladen und Traktur sowie Intonation und Stimmung. Besonders hervorzuheben ist die Rückführung der Prospektpfeiffen im Gehäuse."


Schultze-Galera. Wanderungen durch den Saalkreis.Bd. 2. 142-143.

 

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KU-Lightpainting Jahreslosung
Jahreslosungsplakat 2017 KU-Projekt

Titel KiBo2017-3
Kirchenbote 2017-3 (*.pdf-Datei, 1 MB)

Kirchenbote 2017-4

Kirchen-Bote 2017-4 (*.pdf-Datei, 2 MB)
 

 


Rühlmannorgelfestival
Rühlmann-Orgel-Festival in Dornitz