Die Kirchen: "Die vielfach erneuerte Domnitzer Kirche zeigt noch deutlich den ursprünglichen romanischen Stil. Bemerkenswert sind in dieser Hinsicht einige Turmfenster und ihre einfachen alten Kapitäle. Sie wäre demnach Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut worden.
Der Turm bildet im Grundriss ein längliches Rechteck von Norden nach Süden, er hat auf den kürzeren Seiten je ein dreiteiliges, auf den längeren je zwei zweiteilige romanische Fenster. Es ist diese Turmfensterausbildung sonst nirgends im Saalkreise zu finden. Auf dem östlichen Turmgiebel befindet sich außerdem ein bemerkenswertes Sandsteinkreuz: es ist nämlich mit einem breiten Kreise umschlossen.
Von den Glocken gehört die mittelste wohl noch dem 13. Jahrhundert an (Durchmesser 0,96 m); sie ist mit Medaillons der Jungfrau Maria nebst Kindlein verziert. Die große Glocke (Durchmesser 1,16 m) hat die bekannte Majuskel-Inschrift: Sit tempestatum per me omne genus fugatum. 1886 wurde die kleine Glocke (1731 durch Bachmann gegossen) durch eine neue ersetzt.
Die Kirche nennt Dreyhaupt ein altes Gebäude, jedoch ganz fein im baulichen Wesen. Bereits 1684 war ihr Schiff durch die Stadt Halle verlängert worden. Der Rat hatte der Kirche auch einen Altar geschenkt, nämlich den der Moritzkirche zu Halle. Zudem hatte er auch Emporen errichtet, an ihren Stützbalken finden wir noch heute das alte hallische Wappen eingeschnitzt: den Halbmond mit einem größeren Stern darüber und einem kleineren darunter.
1842 wurde das Kircheninnere grau gestrichen, jedoch 1864 gründlich erneuert, auch wurde das Schiff erhöht und neu bedacht. Jetzt zeigt sich das Innere einfach, aber geschmackvoll ausgeschmückt, die Emporen sind 1894 in brauner Holzfarbe gestrichen. Zuletzt ist dann 1903 äußerlich die Kirche mit Bogenverzierungen versehen worden."
Schultze-Galera. Wanderungen durch den Saalkreis.Bd. 2. 73.
Dalena (gehört zur Gemeinde Domnitz)
"Dalena, nur 15 Minuten südlich von Sieglitz, liegt teilweise in einer Mulde, in der sich zwei Wässerchen, die Plötze von Domnitz und der sogenannte Burggraben vereinen.
Über die Dächer, von Bäumen allenthalben umgrünt, ragt die alte Kirche hervor, sie liegt grade über dem Bach, der im Westen das Dorf bestreicht, auf einer Anhöhe, so dass sie hier einen malerischen Anblick gewährt.
Mitten auf dem alten erhöhten Kirchhof aus Lebensbäumen, Trauereschen und Pflaumenbäumen, von einigen alten Barock-Leichensteinen umgeben, hebt sich der gedrungene romanische Bau, mit gradem Schluss, der heiligen Maria geweiht, in dem 13. Jahrhundert entstanden. Er ist wiederholt repariert: 1871, besonders 1876, so dass die alten Formen bedeutungslos geworden sind. 1887 wurde ein neuer Himmel eingebaut, 1894 eine neue Orgel eingeweiht, 1905 ist die gesamte Kirche neu abgeputzt worden. Im Inneren ist wohl alles neu, Stühle, Vorbau, Empore, Treppenaufgang entstanden 1871 neu, Altarbild und Glasfenster 1878 und 1886 (1907).
Von den Glocken gehört wohl nur die kleinste dem 13. Jahrhundert an, die anderen sind 1867 und 1889 entstanden. Die Kirche ist seit ältesten Zeiten Filial von Domnitz, doch bilden beide Dörfer seltsamerweise nur eine Kirchengemeinde, führen eine Kirchenrechnung, haben ein Kirchenvermögen.
Man kann Dalena als eine Talsiedelung, zum Teil auch als eine Gehängesiedelung bezeichnen. Auf das erstere deutet der sorbische Name, der zweifellos nur von dolina = Tal, Talgegend, Niederung abzuleiten ist, also „Taldorf" heißt unser Ort."
Schultze-Galera. Wanderungen durch den Saalkreis.Bd. 2. 109-110.
Dornitz (gehört zur Gemeinde Domnitz)
"Dicht an der Chaussee auf höherem Gelände als das Dorf liegt die Kirche, mitten in einem nicht allzu kleinen, von Lebensbäumen hie und da bestandenen Kirchhof.
Sie ist eine Filiale von Mitteledlau, ist nicht sonderlich groß, etwa 25 Schritt lang. Ihr ältester Teil ist der Turm, er hat noch ein überwölbtes Erdgeschoß und romanische Fensterbogen, ist von Bruchsteinen errichtet und hat quadrierte Ecken.
Seine Entstehung wird in spätromanische Zeit, also nach 1200, verlegt werden müssen. Das Schiff dagegen ist nicht so alt: 1714 hat der Rothenburger Amtmann Stecher — das Dorf gehörte bis 1806 zum Amte Rothenburg - das Schiff neu gebaut, freilich scheint es seitdem wiederholt ausgebessert worden zu sein.
Es hat östlich einen geraden Schluss, nördlich wie südlich Vorbaue. Der südliche ist vom Amtmann selbst stilgemäß errichtet; der nördliche dagegen stammt aus neuerer Zeit; er ist geschmacklos in rohen Mauersteinen aufgeführt. Vergebens suchte ich den alten romanischen rohgefertigten Taufstein, den noch Schönermarck in der Ecke des Friedhofs liegen sah, das älteste Zeugnis für unser Kirchlein; möglich, dass moderner Vandalismus ihn bereits vernichtet hat.
Das Innere der Kirche ist durchaus einfach: Emporen an den Seiten, zwei Reihen Bänke im Schiff, davor der Altar, mit einem kleinen alten Ölbild des Abendmahls; barocke Guirlandenschnitzerei mit Gold und Weiß getönt windet sich empor, darüber die Kanzel; oben zu beiden Seiten alte Seidenfahnen von 1866 und 1870 und zu oberst eine Erinnerung an den Krieg 1870/71, eine Tafel: „Mit Gott für Kaiser und Reich fiel im Jahre 1871 in Feindesland durch Meuchelmord Friedrich Baschleben, ältester Sohn des hiesigen Anspänners Fr. Baschleben." Erinnerungen an Kriegszeiten und Kriegsleid selbst in der Kirche werden kommende Geschlechter immer brauchen können. Hier noch eine andere: 1808 sollte der kleine Ort 5431 Taler Kriegskontribution an Napoleon zahlen, und zwar wie überall innerhalb acht Wochen in drei Zahlungsterminen!
Größere Aufmerksamkeit erweckte ein kleiner Altarschrein, den ich oben auf der Empore an der Ostwand zu sehen bekam. Es war ein Triptychon von einfacher, sehr guter Schnitzarbeit, von feiner subtiler Malerei aus spätgotischer Zeit. In der Mitte stehen drei Figuren: Maria mit dem Kind, links ein Heiliger mit einem Buch, rechts Stephan mit den Steinen im Arme;
die beiden Flügel sind nur gemalt, der linke trägt vier weibliche Figuren, zwei und zwei geordnet, ich erkannte die heilige Elisabeth mit dem Rosenkorb, Katharina mit dem Schwert; der rechte trägt vier männliche Figuren: den heiligen Moritz in der Rüstung, den Ritter Georg mit Lanze und Fahne, zu seinen Füßen liegt der Dache, einen Bischof mit der Winde, den heiligen Erasmus. Die Gesichter haben Porträtähnlichkeit und sind trefflich gemalt. — Die zwei kleineren Glocken der Kirche sind sehr alt, wohl ebenso alt wie die erste Kirche (0,49 und 0,99 Meter Durchmesser); die größte Glocke (1,22 Meter Durchmesser) ist 1500 zuerst gegossen, 1718 von Peter Becker zum ersten Male umgegossen und 1828 zum zweiten Male von F. See aus Weimar.
Die Orgel in der Dornitzer Kirche ist eine opus1 von Wilhelm Rühlmann aus Zörbig, gebaut 1866. Es ist eine mechanische Schleifladen-Orgel mit 10 Registern, verteilt auf einem Manual und Pedal. Die Sanierung und Instandsetzung im Jahr 2008 umfasste Arbeiten am Pfeiffenwerk, Balganlage, Windladen und Traktur sowie Intonation und Stimmung. Besonders hervorzuheben ist die Rückführung der Prospektpfeiffen im Gehäuse."
Schultze-Galera. Wanderungen durch den Saalkreis.Bd. 2. 142-143.
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